Was ist Traumafachberatung – und was ist sie nicht?

Vielleicht hast du den Begriff Traumafachberatung schon einmal gehört – und dich gefragt, was eigentlich dahintersteckt.
Muss ich dafür ein bestimmtes Trauma erlebt haben? Muss ich über meine Vergangenheit sprechen? Und wie unterscheidet sich Traumafachberatung von einer heilkundlichen Behandlung psychischer Erkrankungen?
Gerade weil der Begriff zunächst sehr fachlich klingt, möchte ich dir einen Einblick geben, was Traumafachberatung für mich bedeutet – und wie ich bei Rooted & Rising arbeite.
Es muss nicht darum gehen, was passiert ist
Wenn wir das Wort „Trauma“ hören, denken wir häufig zuerst an bestimmte Ereignisse oder Erfahrungen.
In meiner Begleitung steht jedoch nicht im Vordergrund, deine Geschichte möglichst detailliert zu erzählen.
Du entscheidest selbst, was du erzählen möchtest und was nicht.
Vielmehr können wir gemeinsam darauf schauen, wie es dir heute geht:
Was beschäftigt dich gerade? Was bringt dich immer wieder aus dem Gleichgewicht? Was hilft dir, dich sicherer und stabiler zu fühlen? Welche Ressourcen stehen dir bereits zur Verfügung?
Du musst deine Vergangenheit nicht vollständig erzählen, damit wir mit dem arbeiten können, was dich im Moment bewegt.
Verstehen kann entlasten
Manchmal reagieren wir auf bestimmte Situationen intensiver, als wir es selbst nachvollziehen können.
Vielleicht fühlst du dich schnell überfordert oder angespannt. Vielleicht fällt es dir schwer, deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Oder du bemerkst, dass du in bestimmten Situationen immer wieder ähnlich reagierst.
Ein Teil der Traumafachberatung kann deshalb darin bestehen, Zusammenhänge verständlicher zu machen.
Wie reagiert unser Nervensystem auf Belastung? Warum können bestimmte Reaktionen sinnvoll gewesen sein? Und welche Möglichkeiten gibt es heute, anders mit ihnen umzugehen?
Dabei geht es nicht darum, dir ein Etikett oder eine Diagnose zu geben.
Es geht darum, dich selbst und deine Reaktionen besser verstehen zu können.
Nicht nur Belastungen, sondern auch Ressourcen
Traumasensible Begleitung richtet den Blick nicht ausschließlich auf das Schwierige.
Wir schauen auch darauf, was bereits da ist.
Was gibt dir Halt?
Was tut dir gut?
Wo fühlst du dich verbunden?
Welche Fähigkeiten und Strategien hast du im Laufe deines Lebens entwickelt?
Welche Menschen, Orte oder Tätigkeiten geben dir Kraft?
Ressourcen können sehr unterschiedlich sein – und manchmal sind sie so selbstverständlich geworden, dass wir sie selbst kaum noch wahrnehmen.
In der Begleitung dürfen sie wieder mehr Raum bekommen.
Auch der Körper darf eine Rolle spielen
Nicht alles, was wir erleben, lässt sich allein mit Worten ausdrücken oder verstehen.
Deshalb können in meine Arbeit – wenn es für dich passend ist – auch Elemente aus Körperwahrnehmung, Nervensystemregulation, Achtsamkeit und traumasensiblem Yoga einfließen.
Vielleicht nehmen wir wahr, wie deine Füße den Boden berühren.
Vielleicht hilft eine kleine Bewegung.
Vielleicht geht es darum, eine Grenze deutlicher wahrzunehmen.
Und manchmal bleiben wir einfach beim Gespräch.
Du entscheidest mit, was für dich stimmig ist.
Und was ist Traumafachberatung nicht?
Dieser Punkt ist mir besonders wichtig.
Traumafachberatung ist ein beratendes und begleitendes Angebot. Sie dient nicht der Diagnose oder Behandlung psychischer Erkrankungen und ersetzt keine medizinische oder heilkundliche Behandlung.
Im Mittelpunkt stehen vielmehr Orientierung, Stabilisierung, Psychoedukation, Ressourcenarbeit und Selbstwahrnehmung.
Wenn sich im Kennenlerngespräch zeigt, dass dein Anliegen einen anderen fachlichen Rahmen benötigt, gehört für mich zu verantwortungsvoller Begleitung auch, das offen mit dir zu besprechen und gemeinsam zu schauen, welche Form der Unterstützung passend sein könnte.
Muss ich „traumatisiert“ sein?
Nein.
Du brauchst keine bestimmte Diagnose, um dich für eine traumasensible Begleitung zu interessieren.
Vielleicht fühlst du dich häufig angespannt oder überfordert.
Vielleicht fällt es dir schwer, dich selbst oder deine Bedürfnisse wahrzunehmen.
Vielleicht möchtest du bestimmte Reaktionen besser verstehen.
Oder du wünschst dir einfach mehr Verbindung zu dir selbst und einen achtsam begleiteten Raum, in dem du dich mit deinen Themen beschäftigen kannst.
Wir können gemeinsam schauen, ob Traumafachberatung dafür der passende Rahmen ist.
Du bestimmst das Tempo
Traumafachberatung bedeutet für mich nicht, möglichst schnell möglichst tief zu gehen.
Es darf langsam sein.
Es darf Pausen geben.
Du darfst etwas nicht wissen.
Du darfst deine Meinung ändern.
Und du darfst jederzeit sagen, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt.
Denn ein wesentlicher Teil meiner Arbeit ist nicht nur, was wir gemeinsam anschauen, sondern auch, wie wir es tun.
Du bestimmst das Tempo. Alles darf sein – nichts muss.
Traumafachberatung bei Rooted & Rising
In meiner Traumafachberatung und -pädagogik begleite ich dich achtsam, ressourcen- und körperorientiert. Dabei können Wissen über das Nervensystem, Emotionsregulation, Körperwahrnehmung und Elemente aus der Traumapädagogik miteinander verbunden werden.
Wenn du herausfinden möchtest, ob diese Form der Begleitung zu deinem Anliegen passt, können wir uns zunächst in einem unverbindlichen 30-minütigen Kennenlerngespräch über Zoom kennenlernen.
Zurück zu dir – in deinem Tempo.



