Was bedeutet eigentlich „traumasensibel“?

Ausgestreckte Hand berührt Blätter und Zweige in der Natur.

Vielleicht bist du auf meiner Website schon öfter über das Wort „traumasensibel“ gestolpert.

Traumasensible Begleitung, traumasensibles Yoga, traumasensibles Arbeiten – aber was bedeutet das eigentlich?

Für mich bedeutet traumasensibel vor allem, einen Menschen nicht nur mit dem zu sehen, was gerade sichtbar ist. Sondern auch anzuerkennen, dass Erfahrungen Spuren hinterlassen können – und dass Verhaltensweisen und Reaktionen manchmal gute Gründe haben, auch wenn wir sie selbst nicht immer verstehen.

Dabei steht nicht die Frage im Mittelpunkt:

„Was stimmt nicht mit mir?“

Sondern vielmehr:

„Was brauche ich, damit ich mich sicher genug fühle, meinen eigenen Weg zu gehen?“

Sicherheit vor Veränderung

In vielen Bereichen unseres Lebens sind wir daran gewöhnt, nach Lösungen zu suchen.

Was muss ich verändern? Was sollte ich anders machen? Wie werde ich dieses Gefühl endlich los?

Traumasensibles Arbeiten setzt an einem anderen Punkt an.

Bevor Veränderung entstehen kann, braucht es einen Rahmen, in dem du dich orientieren, wahrnehmen und möglichst sicher fühlen kannst.

Das bedeutet nicht, dass sich immer alles angenehm anfühlen muss. Es bedeutet vielmehr, dass du mitbestimmen darfst, was geschieht, wie schnell es geschieht und wo deine Grenzen liegen.

Du bestimmst das Tempo

Ein wichtiger Bestandteil traumasensibler Begleitung sind deshalb Wahlmöglichkeiten.

Du darfst entscheiden, worüber du sprechen möchtest.

Du darfst sagen, wenn dir etwas zu viel wird.

Du darfst eine Übung verändern oder ablehnen.

Du darfst eine Pause brauchen.

Und du musst nichts erzählen, nur weil du glaubst, dass es von dir erwartet wird.

Ein Nein darf genauso viel Raum haben wie ein Ja.

Denn die Erfahrung, selbst entscheiden und Einfluss nehmen zu können, ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit.

Du musst deine Geschichte nicht erzählen

Traumasensible Begleitung bedeutet nicht, dass wir belastende Erfahrungen möglichst detailliert aufarbeiten müssen.

Du musst mir nicht deine gesamte Geschichte erzählen, damit wir gemeinsam arbeiten können.

Manchmal schauen wir vielmehr darauf:

Was nimmst du jetzt gerade wahr?

Was unterstützt dich?

Was gibt dir Orientierung?

Wo liegen deine Ressourcen?

Und was könnte dir helfen, wieder etwas mehr Verbindung zu dir selbst zu erleben?

Der Fokus liegt damit nicht ausschließlich auf dem, was einmal passiert ist, sondern auch auf dem, was dir heute zur Verfügung steht.

Dein Körper darf mit einbezogen werden

Erfahrungen machen wir nicht nur mit unserem Denken.

Vielleicht kennst du Situationen, in denen du rational genau weißt, dass eigentlich alles in Ordnung ist – und dein Körper trotzdem mit Anspannung, Unruhe oder Rückzug reagiert.

Deshalb beziehe ich in meine Arbeit auch die Körperwahrnehmung ein.

Das kann sehr klein beginnen: den Kontakt zum Boden wahrnehmen, eine Bewegung ausprobieren, den eigenen Atem beobachten oder bemerken, was sich gerade angenehm, unangenehm oder neutral anfühlt.

Dabei gilt auch hier:

Nichts muss.

Ressourcen statt Defizite

Traumasensibles Arbeiten bedeutet für mich auch, nicht nur darauf zu schauen, was schwierig ist.

Welche Fähigkeiten hast du bereits entwickelt?

Was hat dir bisher geholfen?

Was gibt dir Kraft?

Wo erlebst du Verbindung, Freude oder Sicherheit?

Welche Menschen, Orte oder Tätigkeiten tun dir gut?

Es geht nicht darum, Schwierigkeiten kleinzureden. Sondern darum, den Blick zu erweitern.

Denn du bist mehr als das, was dich belastet.

Traumasensibel bedeutet für mich …

… Sicherheit nicht vorauszusetzen, sondern Raum dafür zu schaffen.

… Wahlmöglichkeiten anzubieten statt etwas vorzugeben.

… Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren.

… den Körper mit einzubeziehen, ohne etwas zu erzwingen.

… Ressourcen genauso ernst zu nehmen wie Belastungen.

… und dir nicht vorzuschreiben, wie Veränderung für dich aussehen muss.

Du bestimmst, was sich für dich stimmig anfühlt und in welchem Tempo du deinen Weg gehen möchtest.

Alles darf sein – nichts muss.

Traumasensible Begleitung bei Rooted & Rising

Diese Haltung bildet die Grundlage meiner Arbeit – in der Traumafachberatung und -pädagogik ebenso wie im traumasensiblen Yoga und in meiner körperorientierten Begleitung.

Wenn du herausfinden möchtest, ob diese Form der Begleitung zu dir passt, können wir uns zunächst in einem unverbindlichen 30-minütigen Kennenlerngespräch über Zoom kennenlernen.

Verwurzelt in dir. Wachsend ins Leben.

Kontakt

Vielleicht ist jetzt der Moment, dir selbst Raum zu geben.

Schreib mir gerne — ganz unverbindlich. Gemeinsam schauen wir, was du gerade brauchst.